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Gebäudedatenmodellierung: Land Südtirol legt Standards fest

Ab dem Sommer wird den öffentlichen Körperschaften eine Plattform zur standardisierten Umsetzung von Bauvorhaben nach BIM-Methodik zur Verfügung stehen - Mehr Effizienz und Einsparungen möglich

BOZEN (LPA). Keine Versionskonflikte mehr und ein durchgehend digitaler Projektakt: Mit der operativen Einführung der BIM-Methodik (Building Information Modeling auch Gebäudedatenmodellierung genannt) macht die Südtiroler Landesverwaltung einen entscheidenden Schritt hin zu einer modernen und effizienteren Abwicklung von Bauvorhaben. Im Rahmen einer Konferenz in der Eurac wurden nun die neue Plattform für eine gemeinsame Datenumgebung und der BIM-Guide vorgestellt, die in Kürze allen öffentlichen Körperschaften die standardisierte Umsetzung von Bauprojekten nach der BIM-Methode ermöglichen sollen.

Die Regeln sind gesetzlich vorgegeben: Alle öffentlichen Bauprojekte ab 2 Millionen Euro müssen mittels BIM-Methode projektiert, errichtet und auch instandgehalten werden. Das macht einen digitalen Bauakt notwendig, der über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes hinweg aktualisiert wird.

"Das Land Südtirol treibt das Projekt BIM nun bereits seit 2022 voran und innerhalb der Agentur für ein digitales Südtirol wurde mit dem BIM-Kompetenzzentrum nun die Anlaufstelle geschaffen, die Standards festlegt, nach denen sich öffentliche Hand und Private richten können. Nach umfangreicher Vorbereitung können wir jetzt in die operative Phase gehen", kündigte Alexander Steiner, der Generaldirektor des Landes Südtirol, an. 

"Die BIM-Methodik bietet ein enormes Einsparungspotential bei Planung, Bau und Instandhaltung", erinnert Josef T. Hofer, der Direktor der ADAS (Agentur für ein digitales Südtirol ) und Abteilung Informatik im Land Südtirol. "Wir als ADAS sind dafür verantwortlich, dass die Zusammenarbeit der öffentlichen Verwaltungen und die Nutzung der Dienste einwandfrei möglich sind. Im Bereich BIM wurde das nun auf den Weg gebracht", sagt Hofer.  

Ulrich Tirler, der innerhalb der Abteilung Informatik für BIM verantwortlich ist, stellte insbesondere den BIM-Guide als zentrales Instrument des Programms BIM4PAB vor, der öffentlichen Vergabestellen eine einheitliche Grundlage für die Abwicklung von Bauvorhaben nach der BIM-Methodik bietet. Die dafür vorgesehene Plattform werde nach Abschluss des derzeit laufenden Auswahlverfahrens allen öffentlichen Vergabestellen in Südtirol zur Verfügung stehen. 

Wichtig sind die neuen Instrumente auch für Körperschaften wie das Wohnbauinstitut oder den Südtiroler Gemeindenverband. "Es gibt viele kleine Gemeinden, die intern nicht die notwendigen Kompetenzen zur Verfügung haben, um BIM-Projekte umzusetzen", berichtete Lisa Schwienbacher vom Gemeindenverband. Die bald auch den Gemeinden zur Verfügung stehende Plattform werde die Arbeit erleichtern. 

Lobende Worte fand Mario Caputi, italienischer BIM-Experte und Dozent am Politecnico di Milano: "Südtirol ist die zweite italienische Provinz, die einen BIM-Standard für das gesamte ihr unterstehende Gebiet entwickelt und eingeführt hat. Dies eröffnet weitere Perspektiven für die digitale Innovation sowohl der wirtschaftlichen Akteure als auch der öffentlichen Auftraggeber."

LPA/pir