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Private Vermieter: Kriterien für berufliche Qualifikation beschlossen

Landesregierung legt Kriterien für berufliche Qualifikation privater Vermieter von Gästezimmern und möblierten Ferienwohnungen fest - Landesrat Walcher: "Basis, um solide Ausbildung sicherzustellen"

BOZEN (LPA). Anfang Juni 2025 wurde die Wohnreform mit dem Ziel, leistbaren Wohnraum für Einheimische zu schaffen, gutgeheißen. Neu eingeführt wurde dabei auch die Voraussetzung einer beruflichen Qualifikation für private Vermieterinnen und Vermieter von Zimmern und möblierten Ferienwohnungen. Diese soll sicherstellen, dass Standards bei Sauberkeit, Instandhaltung und Gästebetreuung eingehalten werden, wodurch Qualität und Zuverlässigkeit der Vermietung steigen.  

In ihrer Sitzung vom 10. April hat die Landesregierung auf Vorschlag von Tourismuslandesrat Luis Walcher die Kriterien für die berufliche Qualifikation privater Vermieter von Gästezimmern und möblierten Ferienwohnungen festgelegt. "Die traditionelle Privatzimmervermietung ist ein wichtiger Teil unseres touristischen Angebots. Unser Anliegen ist es, eine solide Ausbildung der Tourismustreibenden in diesem Bereich sicherzustellen", betont Tourismuslandesrat Walcher: "Südtirol setzt damit auf praxisnahe Weiterbildung und klare Standards für mehr Qualität im Tourismus."

In Südtirol gibt es rund 4200 Privatvermieter. Für die Aufnahme der Tätigkeit müssen Anbieter entweder den Abschluss einer entsprechenden Ausbildung oder eines Berufslehrgangs im Bereich Tourismus und Gastronomie, die berufliche Befähigung gemäß Gastgewerbeordnung oder die erfolgreiche Teilnahme an einem fachspezifischen Lehrgang nachweisen. Der Lehrgang umfasst mindestens 80 Stunden und deckt zentrale Themen wie Empfang, Betriebswirtschaft, Eventmanagement, regionale Produkte, Marketing, Geschichte und Digitalisierung ab.

Derzeit wird ein Lehrgang vom repräsentativsten Verband auf Landesebene organisiert, dem Verband der Privatvermieter Südtirols VPS; er beginnt Ende April und wird in deutscher und italienischer Sprache angeboten.

Der Verband der Privatvermieter Südtirols besteht seit dem Jahr 1980 und zählt derzeit knapp 1000 Mitglieder. "Die neuen Anforderungen bringen für viele private Vermieter zunächst Unsicherheit – gleichzeitig sind sie längst überfällig", unterstreicht Verbandsvorsitzender Hannes Gasser: "In Südtirol gibt es eine große Zahl an privaten Vermietern, die sich bisher in einer Grauzone bewegt haben – ohne klare Standards, ohne einheitliche Qualifikation. Genau hier schafft die neue Regelung Ordnung und Verbindlichkeit. Wir haben als Verband intensiv an diesem Programm mitgearbeitet. Besonders wichtig ist uns, dass bestehende Weiterbildungen – etwa aus der Vermieterakademie – angerechnet werden können. Große Plattformen werden künftig verstärkt Qualifikationen und Ausbildungen voraussetzen, um Betriebe überhaupt listen zu können. Südtirol geht diesen Schritt bewusst frühzeitig – und setzt damit ein klares Zeichen. Als Verband sind wir die zentrale Anlaufstelle für alle, die Unterstützung, Orientierung und konkrete Hilfe benötigen. Unser Ziel ist es, aus dieser Entwicklung einen echten Qualitätsschub für die privaten Gastgeber im Land zu machen."

Auch anerkannte Bildungseinrichtungen können zukünftig solche Lehrgänge in ihr Bildungsprogramm aufnehmen.

LPA/mac