News 2015
Erneuerbare Energien: LR Laimer referiert bei Euregio-Seminar in Brüssel
LPA - Über die Energiepolitik des Landes Südtirol und die Bemühungen und Projekte zur verstärkten Nutzung alternativer beziehungsweise erneuerbarer Energiequellen berichtete heute (Dienstag. 28. März) in Brüssel Energie- und Umweltlandesrat Michl Laimer. Südtirols Landesrat hielt sein Referat im Rahmen des Seminars "Die Rolle der Regionen bei der Förderung der erneuerbaren Energien". Dieses Seminar wurde von dem Verbindungsbüro der Europaregion Südtirol-Tirol-Trentino vor dem Hintergrund des siebten Rahmenprogramms für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration veranstaltet, das ab 2007 spezielle Förderprogramme für diesen Bereich vorsieht.
Im Mittelpunkt der Referate und Diskussionsforen stehen die Strategien zur wirksamen Nutzung erneuerbarer Energiequellen der einzelnen europäischen Regionen. Das Seminar knüpft damit an das Bemühen der Europäische Kommission an, die eigene Energiepolitik auf Versorgungssicherheit, nachhaltige Umweltpolitik und Energienutzung auszurichten mit dem Ziel von fossilen Energieträgern auf erneuerbare und innovative Energiequellen umzusteigen. Diese Botschaften haben heute auch verschiedene Vertreter der Europäischen Kommission und des Ausschusses der Regionen bei dem Seminar übermittelt und vertieft.
Im Zusammenhang mit dem siebten Rahmenprogramm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration und dem entsprechenden EU-Förderprogramm (Laufzeit 2007 bis 2013), durch das auch Maßnahmen im Bereich erneuerbarer Energien unterstützt werden sollen, wurde über Fördermöglichkeiten beraten.
Dabei setze man auf verschiedene erneuerbare Energiequellen, von der Wasserkraft über die Biomasse, die Sonnenenergie und Photovoltaik, die Erdwärmenutzung, das Biogas und schließlich die Windkraft. "Außerdem wollen wir verstärkt Technologien entwickeln, um Wasserstoff als Energieträger zu nutzen", so Landesrat Laimer, der gemeinsam mit Ressortdirektor Walter Huber in Brüssel ein Bild der derzeitigen Versorgungssituation zeichnete.
Demnach kommt der Wasserenergie in Südtirol die Spitzenposition zu. Durch 42 Biomasse-Fernheizwerke werden 16 Prozent des Wärmebedarfs gedeckt (was der Brennleistung von 43 Mio. Liter Heizöl entspricht, gleichzeitig aber auch 125.000 Tonnen Kohlendioxidemissionen im Jahr weniger bedeutet). In den vergangenen Jahren stark zugenommen haben die kleinen (6 ai 25 KW) Pellets-Heizanlagen im privaten Wohnbereich. Die Leistung der 34 Biogas-Anlagen beträgt 1,5 Millionen Kilowattstunden Wärme und fünf Millionen Kilowattstunden Elektroenergie. Im Bereich der Sonnenenergienutzung nimmt Südtirol im gesamtstaatlichen Vergleich - mit 145.000 Quadratmetern Kollektorenfläche, was ein Drittel Gesamtitaliens ist - eine absolute Spitzenposition ein. Über 1,2 Prozent des Energiebedarfs werden auf diese Weise abgedeckt (und damit rund 8,7 Mio. Liter Heizöl und 25.230 Tonnen CO²-Emissionen eingespart). Auch die Nutzung der Erdwärme wird vom Landesbetrieb seit dem vergangenen Jahr verstärkt gefördert.
jw