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LH Kompatscher nimmt Lehrerwunderland-Petition entgegen

Zehn Millionen Euro noch 2020, ernsthafte Vetragsverhandlungen und einen Recovery-Fund-Projektantrag zur Digitalisierung - das hat der Landeshauptmann der Lehrerdelegation angekündigt.

Landeshauptmann Kompatscher und Generaldirektor Steiner mit den Verfassern und Verfasserinnen der Petition Lehrerwunderland Südtirol (Foto: LPA/jw)

"Wir werden keine Brücke in den Himmel bauen, wir werden aber die Vertragsverhandlung ernsthaft führen." Das sicherte heute Nachmittag (16. Oktober) Landeshauptmann Arno Kompatscher den Initiatoren der Petition Lehrerwunderland Südtirol zu. Er verwies darauf, dass die Verhandlungen zum Kollektivvertrag für die Lehrpersonen der Schulen staatlicher Art im Gange seien und für das laufende Jahr zehn Millionen Euro zur Verfügung stünden. 

Die von rund 3000 Lehrpersonen unterzeichnete Petition beinhaltet mehrere Forderungen, darunter die Anpassung der Gehälter, die rückwirkende Gewährung eines Informatik-Gutscheins, die Gleichstellung der Lehrpersonen staatlicher Schulen mit jenen im Landesdienst und die Anpassung der Zweisprachigkeitszulage. Die Delegation überreichte heute im Landhaus in Bozen dem Landeshauptmann die Petition und erläuterte dabei die einzelnen Anliegen. 

Landeshauptmann Kompatscher unterstrich den gesamtgesellschaftlichen Stellenwert der Bildung und die zentrale Rolle, die dabei engagierten Lehrpersonen zukomme. Gemeinsam mit dem Generaldirektor des Landes, Alexander Steiner, gab Kompatscher Einblick in die Finanzplanung des Landes, bei der im Unterschied zu anderen Ländern und Regionen Beträge für die Vertragsverhandlungen schon mitgedacht würden. "Bei der Haushaltsplanung für das kommende Jahr fehlen uns 750 Millionen Euro, ohne die Investitionsbeiträge zu berücksichtigen", berichtete der Landeshauptmann. Trotzdem habe man zusätzliche Mittel für das öffentliche Personal vorgesehen. Während es für die 33.500 öffentlich Bediensteten 300 Millionen Euro sind, sollen für die 7600 Lehrpersonen der Schulen staatlicher Art in den Jahren 2021 und 2022 je 15 Millionen Euro jährlich sein. 

Angesprochen wurden heute auch die Informationstechnik und die technologische Ausstattung der Schulen, die den Anforderungen des coronabedingten Fernunterrichts nicht entsprächen. Man sei sich des IT-Aufholbedarfs in Südtirols Schulwelt bewusst, sagte Kompatscher, daher hätten die drei Bildungsdirektionen im Rahmen des gesamtstaatlichen Recovery Fund einen gemeinsamen der Projektantrag eingereicht. Das Investitionsvolumen des Digitalisierungsprojekts beläuft sich auf 58 Millionen Euro. 

Was die persönliche IT-Ausstattung der Lehrpersonen angeht verwies die Lehrerdelegation darauf, dass Südtirols Lehrerschaft kein Anrecht auf den jährlichen 500-Euro-Bonus der "Carta del docente" habe, wie es auf dem restlichen Staatsgebiet der Fall sei. "Trotz der coronabedingt schwierigen Finanzsituation haben wir in diesem Jahr zusätzliche zehn Millionen Euro für die Lehrpersonen der Schulen staatlicher Art bereitgestellt", informierte Generaldirektor Steiner. "Diese Mittel können noch in diesem Jahr mit dem Abschluss eines Teilvertrages für diesen Zweck ausgeschüttet werden."   

LPA/jw

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